So lerne ich die Noten des Griffbrett auf der Gitarre

Über 100 mögliche Positionen auf dem Griffbrett waren mir zu viel. Also habe ich reduziert: auf eine Saite, drei Bünde und die Töne G, A und B.

Geschrieben von

Christian

am

26. Juni 2026

Keine Kommentare

Noten auf der Gitarre lernen. Das Griffbrett richtig kennenlernen.

Eigentlich sollte man doch meinen, dass das Kennenlernen des eigenen Instrumentes an erster Stelle steht. Oder? Ich meine, man sollte das Gerät doch kennen, das man so viele Jahre bedienen wird.

Ja, weit gefehlt.

Ich spiele schon seit vielen Jahren Gitarre, auch wenn sehr viele passive Jahre dazwischenlagen. Aber die Töne auf dem Griffbrett? Die kannte ich nicht. Auch nicht, was Stammtöne sind. Noten lesen? Ja, das schon eher. Was hauptsächlich damit zusammenhängt, dass ich früher Westerngitarre mit offenen Akkorden gespielt habe. Da brauchte ich das nicht.

Jetzt, mit der E-Gitarre in der Hand, sieht das aber ganz anders aus. Hier sind die Noten auf den einzelnen Saiten ultra wichtig. Wie will man wissen, welchen Powerchord man gerade spielt? Du willst das doch bestimmt auch wissen, oder?

Es heißt ja nicht: Powerchord im dritten Bund auf der E-Saite, im zweiten Bund und dann im dritten auf der A-Saite.

Nein. Du spielst Powerchords in A, in F und dann in C.

Ohne zu wissen, wie die Noten heißen, wird das aber nichts mit der richtigen Zuordnung. Und deswegen muss ich wissen, wie die verdammten Noten auf meiner Gitarre heißen.

Noten lernen – nicht nur wegen der Powerchords

Nicht nur wegen der Powerchords muss ich Noten lernen. Auch für normale Barréakkorde oder noch besser: fürs Improvisieren ist das essenziell. Welche Töne klingen gut zusammen? Welche Noten spiele ich bei einem Backingtrack in Am?

Okay, es gehört ein bisschen mehr dazu, ein steiles Solo zu spielen, als nur die Noten zu kennen. Aber es ist ein Baustein. Ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Schritt in die Welt eines unabhängigen Gitarristen.

Nicht einfach nur nachspielen à la: Finger jetzt in den zwölften Bund auf die B-Saite setzen.

Nein. Ich spiele E, dann G und dann B.

So nämlich!

Aber Noten auf dem Griffbrett zu lernen, ist gar nicht mal so einfach. Besonders dann, wenn man noch gar keinen Bezug zu den Tönen auf den Saiten hat.

So lerne ich die Noten auf dem Griffbrett

Wir haben über 100 verschiedene Möglichkeiten, einen Ton auf der Gitarre zu spielen. Wie zum Teufel soll man sich so viele unterschiedliche Töne auf der Gitarre merken?

Ganz einfach: mit Reduzierung.

Als Erstes habe ich festgestellt, dass ich nicht über 100 verschiedene Noten oder Töne auf dem Griffbrett lernen muss, sondern nur 72. Aber auch das sind noch zu viele. Auch wenn es eigentlich nur 55 sind. Aber dazu später mehr.

Mein erster Tipp: Die Reduzierung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Als Erstes habe ich ausschließlich drei Noten gelernt. Mehr nicht. Nicht Hundert. Drei. Und dazu habe ich nur eine einzige Saite gelernt. Die dicke E-Saite. Das ist sowieso die wichtigste, wenn es um Notennamen geht.

Das sind die Töne G, A und B. Das muss ich heute nicht mehr nachsehen. Das weiß ich. Weil ich mir die doofen Noten wieder und wieder auf der Gitarre eingeprägt habe.

G. A. B.

Dritter Bund. Fünfter Bund. Siebter Bund.

Vorwärts. Rückwärts. Und dann wieder von vorne.

Gitarre lernen braucht Zeit – gerade als Anfänger

Ich bin noch nicht komplett durch mit dem Notenlernen. Ich bin erst bei Saite drei, der D-Saite, angekommen. Aktuell lerne ich aber etwas anderes. Der Rest der Saiten kommt mit der Zeit.

Das wäre mein zweiter Tipp für Dich: Stress Dich nicht zu sehr.

Auswendiglernen braucht Zeit. Du willst das Wissen in Deinem Langzeitgedächtnis haben. Das geht nicht von heute auf morgen. Schnapp Dir die Gitarre, spiel die Noten drei, fünf und sieben – ja, ich meine die Bünde – und sag Dir bei jedem Ton Geh, Aah, Beh.

Dann spielst Du sie rückwärts. Am nächsten Tag noch einmal. Und am Tag darauf wieder.

Nebenher solltest Du Dir auch die Halbtonschritte der C-Dur-Tonleiter zu eigen machen. Du musst wissen: Jeder Bund auf der Gitarre ist ein Halbtonschritt.

Immer.

Zwischen G und A liegt ein Ganztonschritt. Deswegen hast Du im dritten Bund auf der E-Saite den Ton G und zwei Bünde weiter oben den nächsten Ton der Tonleiter, das A.

Warum solltest Du die Tonleiter kennen? Na ja. Grundwissen halt.

Falls Du das Glück hattest und die Notenreihenfolge in der Schule gelernt hast: prima. Hast Du aber auch gelernt, zwischen welchen Tönen Ganztonschritte liegen und wo die Halbtonschritte sind?

So etwas gibt es da nämlich.

Und jetzt, mit der Gitarre in der Hand und den ganzen Bünden vor Dir, brauchst Du dieses Wissen.

Aber zurück zum Griffbrett

Dein Ziel ist es, sämtliche Noten auf dem Griffbrett zu kennen, wenn Du ein guter Hobbygitarrist werden willst. Aber jede gute Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Und Dein erster Schritt sind diese drei Noten auf der tiefen E-Saite.

Wenn Du die halbwegs hinbekommst, und das muss wirklich nicht perfekt sein, dann hast Du zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit eins: Gleiche Saite, mehr Noten

Du ergänzt die noch fehlenden Töne auf der tiefen E-Saite. Vor dem G liegt das F. Nach dem B kommt das C. Wenn Du nicht so lange brauchst wie ich, dann lern direkt auch noch, wo das D auf der dicken Saite liegt.

Das war es.

Mehr brauchst Du auf der dicken E-Saite nicht. Denn ab dem zwölften Bund wiederholen sich die Töne. Ab dem zwölften Bund beginnt alles wieder von vorne.

Deswegen hörst Du überall: Lern erst einmal nur bis zum zwölften Bund.

Ich finde, das reicht für den Anfang auch. Wir haben noch genug andere Saiten zu lernen. Ich habe ewig für die erste Saite gebraucht. Viele Tage über Wochen hinweg. Immer mal wieder.

Möglichkeit zwei: Neue Saite (und auch mehr Noten)

Du kannst Dir direkt die Saite darunter vornehmen und die gleichen Bünde lernen. Das sind C, D und E. Da es die gleichen Bünde sind und die Saiten direkt nebeneinanderliegen, fällt es Dir bestimmt auch relativ leicht, eine Verbindung zu knüpfen.

Eigentlich kannst Du beide Möglichkeiten direkt parallel lernen. Du startest bei diesen drei Bünden und erweiterst von da aus Dein Wissen.

Nach unten. Nach oben. Und zu der benachbarten Saite.

Das beste kommt zum Schluss

Ich empfehle Dir, diese Noten direkt an der Gitarre zu lernen. Die Verbindung von Hand, Auge und Ohr hilft (zumindest mir) beim Lernen.

Danach kannst Du auch unterwegs lernen. Ohne Deine Gitarre.

Ich habe Dir dafür Lernkarten vorbereitet. Da kommen dann Fragen wie: „Welcher Ton liegt auf der tiefen E-Saite im siebten Bund?“ Das findest du alles hier auf der Seite. Ich habe sie so geordnet dass du nur Fragen für die tiefe E- und A-Saite bekommst. Sogar getrennt nach Noten erkennen und Noten finden.

Später kannst du dann D- und G-Saite lernen usw. Das ist wirklich praktisch um dein wissen zu festigen.

Ok, wenn ich ehrlich bin, dann habe ich diese Karten eigentlich für mich gemacht. Denn ich lerne vieles davon selbst noch. Aktuell sind es die Akkorde Moll und Dur zu unterscheiden. Ich wollte einen Ort, wo ich immer nachsehen und üben kann. Das habe ich mit dieser Webseite.

Töne auf der Gitarre zu lernen ist nur am Anfang schwer

Hier ein kleiner Ausblick auf Dein zukünftiges Ich:

Er wird es leichter haben als Du.

Ich hatte ja geschrieben, dass ich Tage für die erste Saite gebraucht habe. Die dritte, also die D-Saite, habe ich in fünf Minuten gelernt. Sie sitzt noch nicht perfekt, aber das wird schon.

Ich meine: fünf Minuten im Vergleich zu Tagen?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es bei Dir genauso wird.

Ach ja, ich hatte dir ja vorhin geschrieben, dass diese Tonflut von über 100 verschiedenen Tönen auf der Gitarre eigentlich gar nicht so viel sind. richtig?

Das stimmt auch.

Schau dir nur mal die dicke E-Saite an. Sie hat (bei mir) 22 Bünde. Das wären 22 verschiedene Töne. Lernen muss ich aber nur bis zum 12 Bund und da auch nur die Stammtöne, also C, D E usw. Wenn ich weiß wo das C liegt, dann weiß ich auch wo das C# ist. Das muss niemand lernen. Von den 22 verschiedenen Tönen bleiben letztendlich nur noch 6. Sechs!

F, G, A, B, C und D.

Ich finde damit kann man doch umgehen, oder? 6 Noten pro Saite ist nicht viel. Tja, manchmal muss man sich die Welt einfach auch mal ein wenig schön reden. Gerade für sowas trockenes wie auswendig lernen.

Und jetzt schreib mir doch in die Kommentare, ob ich Dir beim Lernen helfen konnte. Mein Blog ist ganz neu und ich liebe Feedback.

Schreibe einen Kommentar