Was sind Dreiklänge und wie sind Akkorde aufgebaut?

Es klingt so wunderschön - und ist dabei so furchtbar Trocken: Unsere Akkorde und wie sie aufgebaut sind.

Geschrieben von

Christian

am

21. Juli 2026

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Ich kann inzwischen einige Akkorde greifen. Bei manchen muss ich noch überlegen, bei anderen landen die Finger wenigstens meistens dort, wo sie hin sollen. Das Griffbild kenne ich dann. Zeigefinger hier, Ringfinger dort, diese Saite besser nicht anschlagen und anschließend prüfen, ob wirklich alles klingt.

Damit weiß ich aber vor allem, wie ich den Akkord greife.

Was ich dort eigentlich greife, ist eine andere Frage.

Mich interessiert nicht nur, welcher Ton bei einem bestimmten Griff unter welchem Finger liegt. Ich möchte grundsätzlicher verstehen, wie ein Akkord aufgebaut ist. Was macht aus mehreren Tönen einen Dur-Akkord? Was verändert sich bei Moll? Gibt es darin Muster, die sich nicht nur auswendig lernen, sondern irgendwann auch wiedererkennen lassen?

Deshalb habe ich mir Lernkarten für Dreiklänge erstellt.

Ein Akkord ist nicht dasselbe wie sein Griffbild

Auf der Gitarre begegnen mir Akkorde zuerst als Formen. Ich sehe ein Diagramm, setze meine Finger auf die angegebenen Saiten und hoffe, dass am Ende etwas erklingt, das dem Namen über dem Diagramm zumindest nicht entschieden widerspricht.

Das Griffbild zeigt mir, wie ich einen Akkord an einer bestimmten Stelle spielen kann. Es erklärt aber noch nicht, wodurch dieser Akkord überhaupt entsteht.

Dafür muss ich mich von den Fingern zunächst ein wenig lösen und auf die enthaltenen Töne schauen.

Ein grundlegender Akkordtyp ist der Dreiklang. Er besteht aus drei verschiedenen Tönen, die als Grundton, Terz und Quinte bezeichnet werden. Auf der Gitarre können dabei mehr als drei Saiten erklingen, weil einzelne Akkordtöne in unterschiedlichen Oktaven mehrfach vorkommen. Trotzdem kann dem Griff ein Dreiklang aus drei verschiedenen Tönen zugrunde liegen.

Ein offener C-Dur-Akkord klingt also nicht nur deshalb nach C-Dur, weil meine Finger eine vertraute Form bilden. Entscheidend sind die Töne, die in diesem Akkord vorkommen.

Grundton, Terz und Quinte

Ein C-Dur-Dreiklang besteht aus den Tönen:

C – E – G

C ist der Grundton. Er gibt dem Akkord seinen Namen.

E ist die Terz.

G ist die Quinte.

Die Bezeichnungen entstehen aus den Abständen beziehungsweise Positionen der Töne vom Grundton aus betrachtet. Ein Dreiklang wird grundsätzlich aus Grundton, Terz und Quinte aufgebaut.

Damit habe ich bereits ein erstes Muster. Ein Akkord ist nicht einfach irgendeine Ansammlung von drei Tönen. Seine Bestandteile besitzen eine erkennbare Ordnung.

Das bedeutet noch nicht, dass ich diese Ordnung auf dem gesamten Griffbrett sofort sehe. Aber der Akkord ist damit zumindest mehr als eine Form, die ich möglichst fehlerfrei nachbauen soll.

Wo der Unterschied zwischen Dur und Moll liegt

Besonders interessant wurde es für mich bei der Frage, was Dur und Moll eigentlich unterscheidet.

C-Dur besteht aus:

C – E – G

C-Moll besteht aus:

C – Eb – G

Grundton und Quinte bleiben gleich. Verändert wird die Terz.

Beim Dur-Dreiklang liegt eine große Terz über dem Grundton. Beim Moll-Dreiklang ist es eine kleine Terz. Die Quinte bleibt bei beiden rein.

Der Unterschied zwischen Dur und Moll steckt bei diesen Dreiklängen also in einem einzigen Ton.

Auf dem Griffbrett können Dur- und Mollgriffe ziemlich unterschiedlich aussehen. Im inneren Aufbau ist die Veränderung deutlich kleiner. Die Terz wird um einen Halbton verschoben, und aus Dur wird Moll.

Das ist genau die Art von Muster, nach der ich gesucht habe.

Ich muss deshalb noch lange nicht jeden Akkord selbst herleiten können. Aber ich weiß jetzt zumindest, wonach ich suche. Wenn ich verstehen will, ob ein Dreiklang Dur oder Moll ist, muss ich besonders auf die Terz achten.

Was bedeutet die Grundstellung?

Mit den Dreiklängen tauchte auch der Begriff Grundstellung auf.

Ein Dreiklang befindet sich in Grundstellung, wenn sein Grundton der tiefste klingende Ton ist.

Beim C-Dur-Dreiklang lautet die Reihenfolge dann:

C – E – G

Unten liegt C, also der Grundton. Darüber folgen E und G.

Das Wort „unten“ ist dabei musikalisch gemeint. Es geht um den tiefsten klingenden Ton und nicht darum, welcher Buchstabe in einer Liste optisch weiter unten steht oder welcher Finger auf dem Griffbrett am tiefsten aussieht.

In dieser sortierten Form ist der Aufbau besonders leicht zu erkennen. Grundton, Terz und Quinte stehen der Reihe nach übereinander. Deshalb eignet sich die Grundstellung gut, um den Dreiklang zunächst grundsätzlich zu verstehen.

Nur bleiben Akkordtöne in der Musik offenbar nicht höflich in dieser Reihenfolge stehen.

Was ist eine Umkehrung?

Bei einer Umkehrung werden keine neuen Akkordtöne hinzugefügt. Die drei Töne des Dreiklangs bleiben erhalten. Es verändert sich lediglich, welcher Ton der tiefste ist.

Beim C-Dur-Dreiklang stehen dafür weiterhin nur C, E und G zur Verfügung.

In der Grundstellung lautet die Reihenfolge:

C – E – G

Bei der ersten Umkehrung lautet sie:

E – G – C

Jetzt liegt die Terz unten.

Bei der zweiten Umkehrung lautet sie:

G – C – E

Jetzt liegt die Quinte unten.

Die Stellung eines Dreiklangs wird also anhand seines tiefsten Tons bestimmt. Liegt der Grundton unten, handelt es sich um die Grundstellung. Liegt die Terz unten, ist es die erste Umkehrung. Liegt die Quinte unten, ist es die zweite Umkehrung.

C, E und G bleiben dabei weiterhin ein C-Dur-Dreiklang. Die Reihenfolge und damit auch der tiefste Ton ändern sich, nicht aber die drei enthaltenen Tonklassen.

Das klingt aufgeschrieben ziemlich überschaubar. Drei Töne, drei mögliche Töne im Bass, erledigt.

Meine Lernkarten „Umkehrungen für Dreiklänge“ sehen das ähnlich. Mein Gedächtnis ist in dieser Frage bislang etwas zurückhaltender.

Warum mir Umkehrungen wie ein fortgeschrittenes Thema vorkamen

Der Begriff Umkehrung ist mir schon häufiger begegnet. Meistens allerdings in Zusammenhängen, die sich nicht unbedingt an jemanden richteten, der gerade erst grundsätzlich klären möchte, was ein Akkord überhaupt ist.

Dort ging es darum, neue Akkordgriffe zu entdecken, kürzere Wege zwischen Akkorden zu finden oder denselben Akkord anders klingen zu lassen. Das wirkte eher wie ein Thema für Musiker, die ihre normalen Akkorde längst im Griff haben und nun nach geschickteren oder interessanteren Möglichkeiten suchen.

An dieser Stelle bin ich noch nicht.

Ich suche nicht gezielt nach der elegantesten Stimmführung. Ich ersetze auch nicht während des Spielens spontan einen vertrauten Akkord durch eine passendere Umkehrung. Meistens bin ich schon zufrieden, wenn der ursprünglich vorgesehene Griff rechtzeitig erscheint.

Trotzdem passen die Umkehrungen genau zu dem, was ich gerade lernen möchte.

Wenn ich mich ohnehin mit Grundton, Terz und Quinte beschäftige, dann gehört auch die Frage dazu, was passiert, wenn diese Töne ihre Reihenfolge ändern. Die Umkehrung ist nicht erst irgendein zusätzliches Spezialwissen. Sie macht sichtbar, dass ein Akkord nicht an eine einzige Anordnung gebunden ist.

Was ich mit den Lernkarten übe

Meine Lernkarten sollen mir zunächst helfen, die grundlegenden Zusammenhänge zu erkennen.

Welcher Dreiklang ist dargestellt?

Handelt es sich um Dur oder Moll?

Welcher Ton ist der Grundton?

Welcher Ton liegt unten?

Sehe ich die Grundstellung, die erste Umkehrung oder die zweite?

Damit lerne ich noch nicht automatisch, alle Dreiklänge und Umkehrungen auf der Gitarre zu finden. Ich kann sie dadurch auch noch nicht sicher hören oder sinnvoll in einer Akkordfolge einsetzen.

Die Karten schaffen zunächst Ordnung.

Sie trennen den Akkord vom gespeicherten Griffbild und zerlegen ihn in seine Bestandteile. Aus einem C-Dur-Griff werden C, E und G. Aus dem Unterschied zwischen Dur und Moll wird eine veränderte Terz. Aus dem etwas fortgeschritten klingenden Begriff Umkehrung wird die einfache Frage, welcher Akkordton gerade unten liegt.

Einfach ist damit natürlich nur das Prinzip.

Die Antworten rechtzeitig zu erkennen, ohne innerlich erst sämtliche Töne neu zu sortieren, ist wieder eine eigene Angelegenheit.

Hinter dem Griff wird langsam ein Aufbau sichtbar

Ich weiß durch die Lernkarten noch nicht bei jedem Akkord sofort, welche Töne mehrfach vorkommen und welche Umkehrung ein bestimmter Gitarrengriff möglicherweise enthält.

Ich kann auch noch keine neuen Griffmöglichkeiten aus dem Aufbau ableiten. Der praktische Nutzen, von dem erfahrenere Gitarristen bei Umkehrungen sprechen, liegt für mich noch ein Stück weiter vorn.

Aber ich beginne zu verstehen, was hinter einem Akkordgriff steckt.

Ein Dur- oder Mollakkord ist nicht nur eine Form für meine Finger. Ein Dreiklang besitzt einen Grundton, eine Terz und eine Quinte. Die Terz entscheidet darüber, ob der grundlegende Dreiklang Dur oder Moll ist. Und dieselben drei Töne können in Grundstellung oder in zwei Umkehrungen erscheinen.

Damit ist der Akkord auf dem Griffbrett noch nicht vollständig entschlüsselt.

Er ist aber auch nicht mehr nur etwas, das ich greife, weil es im Diagramm so eingezeichnet ist.

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